Formula Student East

Von Niklas Schäfer am 31.07.2019

Vom 15. bis zum 22. Juli 2019 hat der BRS Motorsport an der Formula Student East in Ungarn teilgenommen.

Nur wenige Tage nach der sehr erfolgreichen Formula Student Netherlands saßen die Studierenden des BRS Motorsports wieder im Auto, auf dem Weg zum nächsten Wettbewerb. Die Anreise dauerte mit 14 Stunden diesmal etwas länger als zur FSN. Ziel war das 1000km entfernte Zalaegerszeg in Ungarn. Auf einem neuangelegten und noch nicht ganz fertiggestellten Testgelände, der „Zala Zone“, fand die Formula Student East statt. Nach einer nächtlichen Fahrt erreichte das 15 Mann große Team das Eventgelände und begann noch vor dem Frühstück damit die Box einzuräumen. Nach kurzer Zeit war die Box mit Werkzeug, Fahrerausrüstung und Bierzeltgarnitur eingerichtet und auch der G19e wurde eingeparkt. Anschließend gab es das langersehnte Frühstück. Danach ging es Richtung Campingplatz. Dieser war circa fünf Fahrminuten vom Wettbewerbsgelände entfernt. Nachdem auch das Camp fertig aufgebaut war, fuhren die Studierenden zu einem nahe gelegenen See, um sich abzukühlen und zu erholen.

Für Tag 1 der Formula Student East standen die ersten Scrutineerings an. Die mechanische, elektrische wie auch die Akku-Abnahmen fanden getrennt voneinander statt. Diese waren alle mit langen Wartezeiten verbunden. Grundsätzlich gab es keinerlei Probleme, die ein Bestehen verhindert hätten – lediglich das Akku-Scrutineering konnte nicht beendet werden, weil das Eventgelände bereits um 19 Uhr geschlossen wurde. Am Abend nahm das Team an der „Welcome Presentation“ teil und freute sich viele, bekannte Gesichter von anderen Teams wiederzusehen.

Am nächsten Morgen stand das Team direkt wieder an den Zelten der Akku-Scrutineers an, um die Abnahme abzuschließen. Im Anschluss galt es für die Fahrer den Egress-Test zu bestehen. Hierbei muss jeder der angemeldeten Fahrer innerhalb von 5 Sekunden den Gurt lösen und aus dem Auto springen. Auch hier lief alles glatt. Am Abend stand noch ein großes Panorama-Foto mit allen Teams an.

Tag 3 in Zalaegerszeg: Die Teammitglieder sind heute besonders früh aufgestanden, um bereits um 7 Uhr auf dem Eventgelände zu sein, denn sie hatten viel vor. Um 7:30 wartete der Raintest auf sie, danach schon das Wiegen des Fahrzeuges. Die Waage gab ein Fahrzeuggewicht von 204,3 Kilogramm an – deutlich mehr als das Ergebnis von 197,5 Kilogramm in Assen. Vermutlich gab es ein Problem mit dem Messinstrument. Schnell ging es für das Team zurück in die Box wegen des Design Events. Nach dem Designevent wollte das Team noch schnell den Tilttest absolvieren, bevor eine Stunde später das Cost und Manufacturing Event startete. Die Zeiten wurden aber kurzfristig geändert und so blieb keine Zeit mehr für den Tilttest und es wurde direkt mit dem Cost Report weitergemacht. Alle Teammitglieder, die in den Cost- und Design-Wettbewerben teilgenommen hatten, kamen mit einem zufriedenen Bauchgefühl zurück in die Box. Das positive Gefühl zeigt sich auch in den soliden Platzierungen und vielen Punkten: Beim Design erreichten sie 103 Punkte und damit den 11. Platz. Bei Cost-Report sammelte der BRS Motorsport e. V. 81.5 Punkte und sicherte sich den 13 Platz. Anschließend gab es endlich Zeit für den Tilt-Test! Im ersten Versuch bestand der G19e leider nicht. Grund dafür war auslaufendes Wasser. Vor dem zweiten Versuch konnte das Leck lokalisiert und behoben werden. Danach machten sich die Studierenden auf zum Braketest, welcher auf Anhieb bestanden wurde. Gleichzeitig wurde das Businessplan-Team für die originelle Geschäftsidee von der Jury sehr gelobt. Am Ende belegten der Business Plan den 7. Platz  mit 64,8 von 75 möglichen Punkten – ein großartiges Ergebnis! Am Abend, kurz bevor die Dynamic Area schloss, schaffte es das Team sogar noch mit dem ersten Fahrer zwei Runden im Skidpad zu fahren.

 

 

 

Auch am vierten Tag auf der FS East hieß es früh aufstehen, denn der Ehrgeiz spornte das Team an. Da bisher das Scrutineering reibungslos verlief und auch die Static Events mehr als solide waren, träumten die Teammitglieder von gleichen Erfolgen wie in Assen auf der Formula Student Netherlands.
Nach einer kurzen Testsession und der Datenauswertung fuhr auch der zweite Fahrer seine Skidpad-Runs. Zeiten: 1. Run 4,972s  2. Run 4,971s (+ Strafsekunden für zwei getroffene Hütchen). Im Anschluss wurde die Accleration-Disziplin vom ersten Fahrer mit einer grandiosen Bestzeit von 3.45s gefahren. Der Jubel war groß, doch schnell stellte sich Ernüchterung ein: Das Energymeter konnte nicht ausgelesen werden, sodass die Zeiten dem Team aberkannt wurden. Sofort stellte sich das Team mit dem G19e wieder in die Schlange an, um einen zweiten Versuch zu wagen, allerdings schloss die Dynamic Area um 13 Uhr, bevor der BRS Motorsport an der Reihe war. Verständnislos und enttäuscht kamen die Studierenden wieder zurück in die Box. Nach der Mittagspause wurde das Autocross gefahren. Die beste Rundenzeit des ersten Fahrers lag bei 1:15.002 Minuten und die des Zweiten mit 1:06.905 Minuten. Mit diesen Zeiten sicherte sich das Team den 10. Startplatz für die Endurance.

 

Am Finaltag der FS East wartete die Endurance-Disziplin und ein Hoffnungsschimmer für den Ausfall der Acceleration-Zeit auf die Vertreter der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Am Nachmittag gingen die elektrischen Rennwagen beim Enduance an den Start. Daher hatte das Team noch den ganzen Tag Zeit sich ausgiebig vorzubereiten. Außerdem wurde mit den Judges über das Problem mit dem Energymeter gesprochen. Diese entschieden, dass die Zeiten ungültig seien – egal, aus welchem Grund das Energymeter ausgefallen war. Dennoch sei es möglich die Zeit werten zu lassen, wenn alle Elektroteams ihre Zustimmung geben würden. Gesagt getan: Hoffnungsvoll machten sich einige Teammitglieder auf den Weg durch die Boxengasse und sammelten eine Unterschrift nach der anderen. Tatsächlich gelang das unerwartete: das Team konnte die Unterschriften aller Elektroteams sammeln und damit die Zeiten für gültig erklären. An dieser Stelle nochmals vielen Dank an alle Teams! Solche Hilfe ist nicht selbstverständlich. Kurz vor dem Start der Endurance verdunkelte sich der Himmel und es fing an leicht zu regnen. Doch als der G19e an der Startline stand, hatte sich der Regen glücklicherweise eingestellt und die Sonne hatte die Strecke bereits getrocknet. Ohne Probleme konnte die Disziplin durchgefahren werden und auch der anschließende Raintest wurde bestanden. Am Abend feierte das Team auf dem Campingplatz den dritten Platz für das Acceleration und den 3. Platz für Efficiency.
Am nächsten Morgen trat das Team wieder die lange Heimreise nach Sankt Augustin an.

 

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